Handwerkszeug: Illustrationen Teil 2

06.05.2016 – Heidi Schwemer

Im zweiten Teil unserer Blogserie zum Thema Illustration möchten wir auf die richtige Materialauswahl eingehen und wir geben einige Tipps zum Illustrieren.

Handwerkszeug: Illustrationen Teil 2

Viel an Materialien braucht es nicht, um mit dem Illustrieren loszulegen: Bleistifte, einen Radiergummi, einen schwarzen, feinen Fineliner sowie weißes, ungestrichenes Papier. Für Skizzen eigenen sich am besten weiche Bleistifte, weil sie sich leichter wegradieren lassen. Zum Nachzeichnen eignet sich ein schwarzer, feiner Stift, der eine gleichmäßige Kontur erzeugt. Wir empfehlen einen Geltintenstift oder einen sehr feinen wasserfesten Fineliner (kein Kugelschreiber oder alte Fineliner, weil hier keine gleichmäßigen Konturen entstehen). Vor dem Zeichnen auf jeden Fall testen, ob die Farbe auch nach dem Radieren noch gut sichtbar ist und nicht verschmiert. Bei der richtigen Papierauswahl haben wir gute Erfahrungen mit weißen und eher rauen Papier gemacht. Wenn das Papier zu glatt ist, dann trocknet die Farbe sehr langsam und die Farbe verschmiert leicht.

Und nun wird losgezeichnet. Wer sich unsicher ist, kann auch erst mit dem Bleistift vorzeichnen. Wenn neue Ideen beim Nachzeichnen entstehen, lohnt es, sich darauf einzulassen und zu entdecken, was dabei spontan entsteht. Beim Zeichnen mit Fineliner immer gleichmäßig aufdrücken, nicht zu locker zeichnen und nicht zu oft absetzten. Vorher gut überlegen, welche Form als nächstes kommt. Am besten einfache Formen und Strukturen verwenden. Zuerst werden die großen Formen gezeichnet, dann die Details. Hier sind einfache abstrahierende Formen hilfreich: zum Beispiel ein dreieckiger Baum wird zu einer Tanne, aber ein Kreisrunder wird ein Laubbaum. Sogar Hände können einfache Kugeln sein. Einfache Muster geben Struktur und sind immer wieder aufgreifbar. Dadurch entsteht ein einheitliches Bild. Zum Beispiel können einfache kurze vertikale Striche Regen sein, aber auch als Muster bei einem Kleid oder Fell eingesetzt werden.

Zeichenbeispiel für Strukturverwendungen

Wir haben beim „Berlin ABC“ bewusst auf die „richtige“ Perspektive verzichtet und Formen übertrieben „schief und krumm“ dargestellt. Dadurch erhalten die Zeichengeschichten mehr Charakter und Charme. Eine Möglichkeit ist, alles aus einem Blickwinkel darzustellen: Das Motiv entweder frontal oder seitwärts zu zeichnen (zum Beispiel bei einem Hund sind alle vier Bein auf einer Höhe).

Zeichenbeispiel für Perspektivdarstellungen

Was tun, wenn Kleinigkeiten noch nicht gefallen? Das ist erst einmal nicht so wichtig. Details können immer noch ausgebessert – dafür gibt es ja Photoshop – oder neu gezeichnet werden.  Bei letzterem  sollte darauf geachtet werden, dass in der gleichen Größe gezeichnet wird, damit alle Elemente der Illustration zusammenpassen.

Und jetzt ab an den Zeichentisch!