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Insights 2013 | Bäume aus Papier gefaltet

Papier und Druck: Worauf es ankommt

Viele unserer Kunden fragen bei Printprojekten nach Papieren und Druckverfahren, die die Umwelt weniger belasten. Druckereien und Papierhersteller bieten dafür eine große Auswahl. Doch worauf sollte man bei der Wahl des Papiers achten? Was unterscheidet Recycling-, Umwelt- und Naturpapier? Welche Siegel gibt es? Und was gilt heute für klimaneutralen Druck?
Montag, 14. Oktober 2013

Papier: Recycling, Umwelt, Natur?

Recyclingpapier besteht überwiegend oder vollständig aus Altpapier. Das Altpapier wird zunächst mit Wasser aufgelöst. Im sogenannten Deinking-Verfahren werden die Druckfarben entfernt. Anschließend wird der Faserbrei gereinigt und mit Sauerstoff oder Wasserstoffperoxid gebleicht. Je nach Bleichverfahren gibt es Recyclingpapier in grauen, hellen und weißen Tönen. Die beim Deinking verwendeten Säuren und Laugen sind deutlich schwächer als die Chemikalien, die bei der Zellstoffgewinnung aus Holz eingesetzt werden.

Umweltpapier wird ebenfalls aus Altpapier hergestellt. Das Altpapier wird sehr fein gemahlen, sodass sich die enthaltenen Farben gleichmäßig verteilen. Dadurch erhält das Papier seine typische graue Tönung. Umweltpapier wird nicht gebleicht, es sind also weniger Verarbeitungsschritte und Chemikalien nötig als bei weißem Recyclingpapier.

Naturpapier klingt ähnlich, meint aber etwas anderes. Als Naturpapiere gelten Papiere aus natürlichen Fasern, die nicht gestrichen oder anderweitig veredelt wurden. Die Palette an Fasern ist groß: Holzfasern, Blütenblätter, Gräser, Körner oder Pflanzenfasern wie Kokos und Hanf. Auch viele Normal-, Universal- und Multifunktionspapiere zählen dazu. Ob ein Naturpapier aus Frischfasern oder Altpapier besteht und woher die Fasern stammen, verrät der Name nicht. Hier lohnt sich ein Blick auf die Siegel.

Welche Siegel gibt es?

Für Papier gibt es mehrere anerkannte Zertifizierungen. Sie prüfen unterschiedliche Kriterien, deshalb lohnt es sich, genau hinzuschauen.

FSC und PEFC
Der FSC (Forest Stewardship Council) ist eine internationale gemeinnützige Organisation. Das FSC-Siegel steht für Holz- und Papierprodukte aus Wäldern, die nach den FSC-Standards bewirtschaftet werden. Zertifiziert sein muss dabei die gesamte Lieferkette, vom Forstbetrieb bis zum Händler. www.fsc.org/de

PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) ist ebenfalls ein Zertifizierungssystem für Waldbewirtschaftung. Auch hier wird die gesamte Produktionskette einbezogen. Das PEFC-Siegel darf auf einem Produkt stehen, wenn ein festgelegter Mindestanteil des verarbeiteten Holzes aus PEFC-zertifizierten Quellen stammt. www.pefc.de

Für beide gilt: Wer das FSC- oder PEFC-Logo auf einer Drucksache abbilden möchte, braucht eine Druckerei, die für das jeweilige Siegel zertifiziert ist. Nur dann ist die lückenlose Verarbeitungskette nachgewiesen.

Blauer Engel
Der Blaue Engel ist das Umweltzeichen der Bundesregierung und gilt als das erste Umweltzeichen der Welt. Papiere mit dem Blauen Engel bestehen zu 100 Prozent aus Altpapier. Bei der Herstellung sind bestimmte Chemikalien sowie optische Aufheller und Chlorbleiche ausgeschlossen. Nach Angaben des Blauen Engels verringert Papier aus Altpapier im Vergleich zu Frischfaserpapier den Energie- und Wasserverbrauch sowie die Abwasserbelastung. www.blauer-engel.de

Umweltmanagement nach EMAS

EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) ist das Umweltmanagementsystem der Europäischen Union. Es richtet sich an Organisationen, die ihre Umweltleistung systematisch verbessern wollen. Wer sich für EMAS entscheidet, muss regelmäßig eine Umwelterklärung veröffentlichen, in der die umweltrelevanten Tätigkeiten und Daten wie Energie- und Ressourcenverbrauch, Emissionen und Abfälle dargestellt sind. Für kleinere Betriebe, wie es viele Druckereien sind, ist das relativ aufwendig. EMAS ist in der Branche deshalb noch kein Standard und eher bei größeren Druckhäusern zu finden. Wichtig: EMAS bewertet die Organisation, nicht das einzelne Druckprodukt. www.emas.de

Fazit

Bei einer Printproduktion spielen neben der Umweltwirkung immer auch Optik, Haptik und Budget eine Rolle. Heute gibt es viele Recycling- und zertifizierte Papiere, die sich in Aussehen und Haptik kaum von herkömmlichen Papieren unterscheiden und gestalterisch viel Spielraum bieten. Zertifizierte Papiere müssen auch nicht teuer sein.

Unser Tipp: Fragen Sie Ihre Druckerei, welche Siegel sie führt und ob sie mineralölfreie Farben verwendet. Und prüfen Sie bei bestehenden Drucksachen und Vorlagen, ob dort noch Hinweise wie „klimaneutral gedruckt“ stehen.

Katja Karina Kapelle

Katja schreibt, konzipiert und kontaktet im publicgarden. Hier bloggt sie zu Themen und Fragestellungen aus der Projektarbeit, die für Kunden im Print- und Onlinebereich immer wieder relevant sind.

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Katja bei publicgarden