Verwendung und Gestaltung von Infografiken

14.08.2014 – Katja Karina Kapelle

Infografiken sind aus dem heutigen Mediendschungel nicht mehr wegzudenken. Längst geht es jedoch nicht mehr um das reine Präsentieren von komplexen Zusammenhängen in einer Grafik. Das bewegte Bild und die Interaktivität des Internets bieten weitere Darstellungsmöglichkeiten und ein zusätzliches Usererlebnis.

Konzeption und Gestaltung Infografiken (Strompreiszusammensetzung ©publicgarden für WWF)

Infografiken analog

Wie wichtig sind Wind- und Sonnenenergie für den Klimaschutz? Wie ist eine Reduktion des Ausstoßes von Treibhausgasen möglich? Infografiken sollen visuell und schnell Wissen veranschaulichen und komprimieren eine Vielzahl von Informationen. Sie haben einen hohen Unterhaltungswert und schaffen es, trockene Daten und Fakten emotional zu verpacken. Infografiken bringen Abwechslung in den Informationsüberfluss der heutigen Medienwelt. Für den vielbeschäftigten Leser von heute sind Infografiken einprägsamer und leserfreundlicher als lange Textpassagen. Bilder sagen mehr als tausend Worte und werden auch international verstanden.

Bei der Gestaltung ist darauf zu achten, dass Infografiken nicht zu komplex werden. Es ist wichtig, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und die Themen zu vereinfachen. Corporate-Design-Elemente wie Farben, Formen und Schriften geben der Grafik eine persönliche Note. 

Mit speziell entwickelten Iconsprachen und Illustrationen erhält sie einen emotionalen Anstrich. Der Einsatz der Gestaltungselemente muss die Aussage der Infografik visuell unterstützt und darf sie nicht überfrachten.

Infografiken sind vielseitig einsetzbar, in Broschüren, für Präsentationen, als Pressematerialien für Journalisten (z. B. unsere Infografiken für die Studie “Kaffee- und Teemarken im Netz”) oder auch für die eigene Webseite. Für den Social Media-Bereich eignen sich Infografiken, weil Bilder, häufiger geteilt, „geliked” und kommentiert werden als andere Inhalte.

Infografiken digital

Für bestimmte Themen bietet es sich an, Infografiken als Vorlage für kurze Animations-Filme zu verwenden.

Durch den Einsatz von Sprache und Musik sowie einem spannenden dramaturgischen Aufbau kann mit einem Film (siehe unser Animationsfilm für avinera) noch mehr Aufmerksamkeit generiert werden. Der Vorteil: Für die Gestaltung kann auf bereits entwickelte Designs zurückgegriffen werden und die Verbreitung über Videokanäle wie YouTube sorgen für einen zusätzlichen viralen Wert. Trotzdem ist ein Animationsfilm als eigenständiges Werk zu sehen, das einer eigenen Dramaturgie folgt. Denn ein Thema erklärt sich in einem Film anders als in einer statischen Infografik. In einem Film lassen sich außerdem mehr Informationen transportieren. Elemente können hinzugefügt werden, für die in der statischen Grafik kein Platz war. Durch den geschickten Einsatz von Musik und Sprechertexten lassen sich Zielgruppen individueller und persönlicher ansprechen und Botschaften zielgenau transportieren.

Für den Onlinebereich lohnt es sich, die digitalen Möglichkeiten des Mediums auszuschöpfen. Das reicht von kleinen bewegten Animationen bis hin zu umfassenden Microsites. Schöne Beispiele für Webseiten mit Infografik-Charakter sind mailchimp oder auch smartpowergeneration. Hier werden Erlebniswelten geschaffen, in die der User emotional eintauchen kann. Je nach Thema können entweder mehr die Inhalte oder mehr das Usererlebnis im Vordergrund stehen, wie zum Beispiel hier: dangersoffracking. Wie beim Animationsfilm folgen diese Webseiten-Konzepte einer eigenen Dramaturgie. Der User wird stärker aktiver in das Thema eingebunden und dazu animiert, mitzumachen, die Seite und ihre Inhalte zu erforschen.

Welches Konzept das passende ist, richtet sich danach, welches Zielpublikum angesprochen werden soll, wie umfangreich die darzustellenden Daten und Fakten sind und natürlich ist es oft auch eine Frage des Budgets.